Animation Award / Bester Animationsfilm

Jury Preis 750 Euro

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Der Animation Award wird unter allen Kategorien des Festivals an den besten Animationsfilm vergeben. Es ist eine Jury Preis. Der Animation Award ist international ausgeschrieben. Im Wettbewerb um den besten Animationsfilm befinden sich 21 Beiträge aus 11 Ländern.

Gewinner

Selfies von Claudius Gentinetta

Begründung der Jury:

Claudius Gentinetta und sein Team schaffen mit einfachsten Mitteln einen Film, der in 4 Minuten eines der großen Phänomene unserer Zeit umreißt: die Selfie-Sucht. Was an gemalten Selfie-Fotos und Selfie- Videos interessant sein kann, erkennt man schnell: es handelt sich bei diesem Film um eine gekonnte Persiflage auf zwanghafte Selbstdarstellung; die Bilder galoppieren mit uns quer durch verschiedene Gesellschaftsschichten und Erdteile, durch privaten wie öffentlichen Raum, von der Dokumentation zur Selbstentblößung, vom allzu Bekannten zu wahnwitzigen Auswüchsen unserer digitalen Abhängigkeit. Da filmt sich ein Vater im Kreissaal, während im Hintergrund sein Kind auf die Welt kommt, auch das Neugeborene hat schon seinen eigenen Selfie-Stick in der Hand.
Die digitale Abhängigkeit ist fixer Bestandteil unserer Zeit, Instrument der Konsumwelt, und beeinflusst längst unser Fühlen und Erleben. Das Phänomen der Nabelschau aber, der Zwang alles festhalten zu müssen, sich seiner Selbst zu vergewissern und das eigene Erleben im virtuellen Raum verankern zu wollen – könnte das nicht vielleicht ein vorübergehender Trend sein, über den wir irgendwann einmal lachen können wie über diesen Film? Hoffentlich.
Der Film scheut keine absurden Wendungen und ist so voll Phantasie, dass man beim ersten Mal gar nicht alle Details, nicht jeden Witz erhaschen kann. Dabei bleibt einem spätestens beim letzten Bild das Lachen im Halse stecken, das letzte Selfie, das wir nicht machen können: die eigenen Füße, im Leichenschauhaus liegend, der Zettel am großen Zeh. Yolo.

Anna Rot

Anna Rot, geboren 1983, ist in Wien aufgewachsen. Sie begann ihre Schauspielausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und schloss nach einem Wechsel an die Hochschule für Musik und Theater Rostock 2008 mit dem Diplom ab. Es folgten ihr erstes Festengagement am Deutschen Theater Göttingen und ihr erster Kinofilm „In 3 Tagen bist du tot 2“ von Andreas Prochaska, 2008. Seither drehte sie zahlreiche Fernseh-Spielfilme in Deutschland und Österreich. Für die Hauptrolle im Kinofilm „Tag und Nacht“ von Sabine Derflinger wurde Anna Rot mit dem Preis als beste Hauptdarstellerin am New York City International Film Festival 2011 ausgezeichnet. Seit 2009 arbeitete sie u. a. am Schauspielhaus Graz, mit dem Theaterkollektiv „copy & waste“, am Theater Meiningen, am Théâtre de Belleville, an der Comédie de Caen, Frankreich, und bei den Nibelungenfestspielen in Worms. Zur Eröffnung des Werk X in Wien spielte sie die Hauptrolle in “Eldorado”, inszeniert von Marius von Mayenburg. Ihre letzten Theaterarbeiten waren “Gewonnene Illusionen” (UA) von “copy & waste“ am Schauspiel Leipzig und die musikalische Stückentwicklung “Frankenstein” (UA) an der Deutschen Oper Berlin unter der Regie von Maximilian von Mayenburg.

Leonie Stade

Leonie Stade ist freie Autorin, Regisseurin und Produzentin. Geboren 1988 wuchs sie in Lindau am Bodensee auf. Nach dem Abitur 2007 ging Stade auf Weltreise und arbeitete mehrere Jahre als Fotomodel in Paris und Mailand. Seit 2009 studierte sie Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihr erster Dokumentarfilm über eine Münchner Prostituierte wurde im Rahmen der Ausstellung Subjektiv - Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert in der Pinakothek der Moderne, München gezeigt. Ihr zweiter Kurzfilm „Zwei Quadratmeter Leben“, über die sogenannten Cage People in Hong Kong, wurde 2013 für den CNN Journalist Award nominiert. 2013 gründete sie die Man on Mars Filmproduktion. Stade arbeitete als freie Autorin für Frontal 21 (ZDF) und La Vita (BR) und realisierte zahlreiche Werbefilmdrehs. Der Film „Nowhereman“ entstand gemeinsam mit Annika Blendl und lief im Wettbewerb auf dem Max Ophüls Preis. Seit 2015 studiert Stade Produktion an der HFF München im Zweitstudium. 2015 kam ihr Film „Mollath – Und plötzlich bist du verrückt“ in die Kinos. Zuvor hatte der Film Premiere auf dem Filmfest München und wurde im Dezember 2015 erstmals im BR ausgestrahlt. Mit dem Spielfilm „All I never wanted“ schloss Leonie Stade 2019 ihr Regie Studium mit dem Diplom ab.

Maximilian Dirr

Der 1983 in Landshut geborene Schauspieler Maximilian Dirr wuchs in Deutschland und Italien auf und ist heute in beiden Ländern in Film und Fernsehen zuhause.
2007 begann Maximilian ein Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Schauspielkunst „Teatro Stabile di Genova“ in Genua, dass er 2010 erfolgreich abschloss.
Im direkten Anschluss an das Studium wirkte er dort als festes Ensemblemitglied am Teatro Stabile di Genova in zahlreichen Produktionen mit.
Bevor er mit Connie Walters‘, mit dem Fipa D´Or als Bester TV-Film 2013 ausgezeichnetem Drama ZAPPELPHILIPP sein Debüt im deutschen Fernsehen gab, wirkte Maximilian Dirr bereits in einigen italienischen Film und Fernsehproduktionen mit. Es folgten zahlreiche nationale und internationale Produktionen, darunter unter anderem Ridley Scotts Pilot für die Thriller-Serie THE VATICAN (2013), KOMMISSARIN LUCAS (2014), die dystopische BBC-Miniserie SS-GB (2015) usw.
Seine erste Kinorolle spielte er 2012 an der Seite von Geoffrey Rush in Giuseppe Tornatores Drama THE BEST OFFER.
In den deutschen Kinos war er zuletzt 2017 in der Komödie MARIA MAFIOSI unter der Regie von Jule Ronstedt und in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Kriegsdrama SOBIBOR von Konstantin Khabenskiy zu sehen.
Mit Mario Martones Drama CAPRI-REVOLUTION feierte Maximilian Dirr 2018 im Wettbewerb der 75. Internationalen Filmfestspiele von Venedig Weltpremiere.