DOK Award / Bester Dokumentarfilm

Jury Preis 1.000 Euro

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Der DOK Award wird unter allen Kategorien des Festivals an den besten Dokumentarfilm vergeben. Es ist ein Jury Preis. Zugelassen für die Kategorie sind internationale Produktionen aus allen Ländern der Welt. Im Wettbewerb um den besten Dokumentarfilm befinden sich 15 Beiträge aus fünf Ländern.

Gewinner

Tracing Addai von Esther Niemeier

Begründung der Jury:

Der animierte Dokumentarfilm TRACING ADDAI erzählt das Schicksal eines jungen IS Rekruten aus Deutschland. Seine Mutter, der er sporadisch Nachrichten aus dem Kalifat schickte, und ein ehemaliger IS Kamerad, der mittlerweile in einem deutschen Gefängnis sitzt, rekonstruieren das Schicksal des 20 jährigen. Als Sohn einer Deutschen und einem Nigerianer, der ihn früh verlässt, ist er in Deutschland immer gefangen zwischen zwei Welten, immer mit dem Gefühl, nirgendwo dazuzugehören. Nach und nach verfällt er in Psychosen und findet sein vermeintliches Heil schließlich in der Konversion zum Islam. Er entschließt sich nach Syrien in den heiligen Krieg zu ziehen. Sein ehemaliger Kamerad berichtet von schrecklichen Erlebnissen. Traurig, wütend und voller Selbstzweifel versucht die Mutter die Entscheidung des Sohnes zu verstehen. Sie erhält den Kontakt über 2 Jahre aufrecht, bis irgendwann keine Antwort mehr kommt. Mit den nachkolorierten Interviews und Animationen der Ereignisschilderungen zeichnet Tracing Addai eine einzigartige Perspektive auf den Syrienkrieg nach und nähert sich einfühlsam der Tragödie des innerlich zerrissenen Mannes, der viel zu spät seine Zweifel am Dschihad erkennt.

Alexander Krötsch

Nach dem Abitur studierte er ab 2003 Medien und Kommunikationswissenschaften in Augsburg und arbeitete seit dieser Zeit bei verschiedenen Filmproduktionsfirmen in München. 2006 wechselte er an die Hochschule für Fernsehen und Film München in den Bereich Produktion und Medienwirtschaft und produzierte dort zahlreiche Kurzfilme, die auf internationalen Festivals liefen und mit Preisen ausgezeichnet wurden.

Nach dem Studium produzierte er das Spielfilmdebut DREI STUNDEN der deutschlandweit im Kino lief und gründete 2013 die Produktionsfirma schöne neue filme., mit der er mehrere Dokumentarfilme, sowie eine Dokuserie und den für den Grimmpreis nominierten Spielfilm DIE MASSNHAME realisierte. Mit seiner Firma entwickelt und produziert er Arthouse- und Genrefilme sowie Dokumentarfilme für den deutschen und internationalen Markt. Alexander Krötsch war Teilnehmer mehrerer internationaler Koproduktionsprogramme. Er war für seine Arbeit zum Studio Hamburg Nachwuchspreis und dem First Steps Award nominiert und seine Filme erhielten zahlreiche Auszeichnung auf Festivals.

Isabelle Bertolone

Geboren 1990 in Siegen. Von 2011 bis 2017 Studium der Produktion und Medienwirtschaft an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Arbeit als Produzentin: Ihr Dokumentarfilm "Nadeshda" wurde 2014 für den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis ausgezeichnet, "Ein idealer Ort" gewann 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Preis als Bester Film der Sektion Perspektive Deutsches Kino. Ihr Abschlussfilm „Luft“ startet 2019 in deutschen Kinos. Die von ihr und Marius Ehlayil produzierte Doku- Serie „früher oder später“ erhielt den First Steps Award 2018.
Seit 2017 sind Isabelle und Marius mit ihrer Firma wirFILM VGF-Stipendiaten im Filmzentrum München. Aktuell bereiten sie drei Spielfilme und eine Serie vor und stellen einen Dokumentarfilm fertig.

Ludwig Sporrer

Niederbayer mit Herz und Verstand - sowie umtriebiger Kulturaktivist, Filmkurator, Moderator, Veranstalter und Filmjockey. Während seines Studiums der Politikwissenschaft, Soziologie und Visuellen Anthropologie hat er an der LMU das studentische Programmkino U-Kino mitgegründet, war Theaterleiter des Münchner Programmkinos Lupe 2 und von 2005 bis 2011 für die legendären TRÄUMER-Partys verantwortlich. Seit der ersten Edition ist er Unterstützer des das Underdox Filmfestival.
Er hat das Queer Film Festival München (QFFM) gegründet und bis Ende 2016 geleitet.
Zusammen mit Dunja Bialas organisiert er seit 2016 die Filmkunstwochen München.
Er ist Gründungsmitglied und Vorstand von QueerScope - Verband der unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland sowie Mitinitiator und Sprecher von „Festivalarbeit gerecht gestalten!" und der daraus entstandenen AG Festivalarbeit in verdi. Seit 2016 ist er Mitglied bei Artechock und schreibt ab 2019 für kinozeit.de über Dokumentarfilm. Beim DOK.fest München ist er seit 2011 Programmer mit Schwerpunkt Deutschsprachiger Raum und seit 2014 Projektleiter der DOK.tour. Mit weiteren Projekten (BILDWERFER, SONIC ICONIC, RECLAIM THE STREETS) erforscht er die Möglichkeiten des Kinos im öffentlichen Raum.