DOK Award / Bester Dokumentarfilm

Jury Preis 1.000 Euro

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Der DOK Award wird unter allen Kategorien des Festivals an den besten Dokumentarfilm vergeben. Es ist ein Jury Preis. Zugelassen für die Kategorie sind Produktionen aus allen europäischen Mitgliedsstaaten. Im Wettbewerb um den besten Dokumentarfilm befinden sich 23 Beiträge aus vier Ländern.

Gewinner

Moriom von Mark Olexa & Franceska Scalisi / dokmobile / Schweiz, Bangladesh

Begründung der Jury: „Ich komme aus dem Paradies, ich bin gekommen um alle feindseligen Dinge dieser Erde zu zerstören. Ich bin Polizist, ich bin ein Blumenengel. Ich arbeite auf dem Polizeirevier, ich werde sie alle bestrafen. Ich werde Sie ins Gefängnis bringen.“

Moriom, ein offensichtlich traumatisiertes Mädchen behauptet, ihre Eltern würden sie foltern und ihr die Freiheit nehmen. Ihre Eltern jedoch erzählen eine ganz andere Geschichte. Hinter den Gesichtern dieser bäuerlichen Familie aus Bangladesh, wird eine unerträgliche Tragödie offenbar, die sich in ihrem Ausmaß nur erahnen lässt.

Mit dichter und visuell bemerkenswerter Präzision, sowie einer leicht surrealen Tongestaltung nähern sich die Filmemacher einer Familie, die schreckliches durchmacht. Der Film kommentiert nicht und lässt den Zuschauer mit vielen Fragen zurück. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen entwickelt Moriom innerhalb weniger Sekunden eine erzählerische Sogkraft und emotionale Ästhetik, die unverwechselbar, eindrucksvoll und von großer Tiefe ist. Ein verstörender Film, der sich stilsicher und unaufgeregt präsentiert. Der Zuschauer kann nicht anders, als sich von dem schönen Mädchen Moriom, ihrem hypnotisierenden Blick und ihrer rätselhaften Geschichte einnehmen zu lassen.

Cornelius Conrad

Cornelius Conrad wurde 1979 geboren. Nach seinem Abitur 1998 arbeitete er nach anfänglichen Praktika zunächst für die Bavaria International Sales. Danach studierte er ab dem Jahr 2000 an der Hochschule für Fernsehen und Film, München. Schon während seines Studiums begann er als Producer, Regisseur und Autor für Werbung, Imagefilm und Dokumentationen zu arbeiten. Nach dem Studium arbeitete er als freier Producer für mehrere Firmen und ging 2005 zur renommierten Münchner Produktionsfirma Hofmann&Voges als Producer um den Bereich Comedy Koproduktionen zu leiten. 2008 wechselte er zum Bayerischen Rundfunk als Redakteur, wo er seitdem arbeitet. Beim BR verantwortet er unter anderem die Kinder- und Familienspielfilme.

Odine Johne

Odine Johne wurde 1987 in Stuttgart geboren und studierte Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst in Baden-Württemberg unter der Leitung von Luk Perceval. 2008 wurde sie mit dem deutschen Kinofilm DIE WELLE von Regisseur Dennis Gansel und mit ihrer Hauptrolle in der ARD Märchenverfilmung „Brüderchen und Schwesterchen“ einem breiten Publikum bekannt. 2010 überzeugte sie im SWR Hörspiel des Romans „Das Geisterhaus“, das mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. 2013 folgte der Film JACK von Edward Berger, der seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale feierte, und der Kurzfilm NOCEBO von Lennart Ruff, der 2014 mit dem Studenten- Oscar® in Gold prämiert wurde. Für ihre Hauptrolle in NORDLAND von Ingo J. Biermann wurde sie 2014 vom Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet und 2015 wurde sie als Berlinale Talent ausgewählt. Odine Johne ist in Theaterproduktionen in Berlin, Frankfurt und Bonn auf der Bühne zu sehen. Beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2016 wurde sie für ihre Rolle in AGNES als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Der FÜNF FRAUEN mit Odine in einer der Hauptrollen wird 2017 im Kino starten.

Florian Eichinger

Florian Eichinger begann seine berufliche Laufbahn mit der Ausbildung und Arbeit als Fernsehredakteur. In dieser Zeit entstanden auch eigene Kurzfilme, bevor er sich als Regisseur und Autor selbständig machte und sich u.a. in dem siebenmonatigen Nordmedia- Seminar Talents: Scriptwriting and Film Directing fortbildete. Es folgten weitere Kurzfilme (u.a. DER LETZTE GESELLE), Musikvideos (u.a. für Udo Lindenberg) und ca. 50 TV-Werbespots. Seinen ersten programmfüllenden Spielfilm BERGFEST (2008), ein psychologisches Kammerspiel mit autobiografischen Zügen, finanzierte er ohne Fördermittel oder Senderbeteiligung aus Gagen der Werbefilme. 2013 folgte das Brüderdrama NORDSTRAND, das u.a. für den Max-Ophüls-Preis nominiert war und bei den 36. Grenzland-Filmtagen den Hauptpreis gewann. 2016 entstand sein dritter Spielfilm DIE HÄNDE MEINER MUTTER, der beim 34. Filmfest München mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Schauspiel (Andreas Döhler) und die beste Regie ausgezeichnet wurde.